Coronavirus und Krankenversicherung

Wie Krankenversicherungen ihre Mitglieder jetzt unterstützen und was Versicherte wissen sollten

Der neuartige Coronavirus COVID-19 stellt Versicherte wie Versicherungen vor besondere Herausforderungen. Viele Versicherte wissen gar nicht genau, wann ihre Krankenversicherung eigentlich zahlt – und wann nicht. Welche der größten Krankenversicherungen sich besonders um Aufklärung und Transparenz bemühen, liest Du hier.

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Krankenversicherung in Deutschland

Grundsätzlich besteht für alle Menschen In Deutschland eine allgemeine Versicherungspflicht, unabhängig von Berufs- oder Personengruppe. Ob gesetzlich oder privat versichert werden kann, bzw. muss, hängt unter anderem von der Versicherungspflichtgrenze ab.

Grundsätzliches bei Coronavirus-Erkrankung

Wer in Deutschland lebt, dort versichert ist und im Inland am Coronavirus erkrankt, wird regulär wie bei jeder anderen Krankheit auch behandelt. Im Einzelfall macht es Sinn zu prüfen, was die Versicherung an zusätzlichen Leistungen anbietet.

Übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für den Corona-Test?

Seit dem 01.02.2020 können Ärzte den Labornachweis des neuartigen Coronavirus bei allen gesetzlich zugelassenen Krankenkassen anfordern. Allerdings können die Ärzte den Test nur dann anfordern, wenn die entsprechende Person zur einer der vom Robert-Koch-Institut (RKI) definierten Risikogruppe gehört. Die zugrundeliegende Definition wird vom RKI ständig aktualisiert.

Informationsangebote der fünf größten gesetzlichen Krankenversicherungen

Die fünf größten gesetzlichen Krankenversicherer Deutschlands (nach Anzahl ihrer Mitglieder) sind:

  • Techniker Krankenkasse
  • Barmer
  • DAK
  • AOK Bayern
  • AOK Baden Württemberg

Angebote der gesetzlichen Versicherer rund um den Coronavirus

AOK Baden-Württemberg

Versicherte der AOK Baden-Württemberg können rund um die Uhr das AOK Medizin-Team erreichen und Fragen zum Coronavirus stellen. Unter der Servicenummer 0800 105 050 1 ist das Team für AOK-Versicherte kostenfrei erreichbar. Wichtige Fragen und Antworten finden Versicherte auch Onlinebereich der AOK.

AOK Bayern

Die AOK Bayern bietet ihren Versicherten eine unter 0800 1 265265 erreichbare Coronoa-Servicehotline an. Ein 55-köpfiges Team aus Ärzten und medizinisch ausgebildetem Fachpersonal beantwortet alle medizinischen Fragen rund um das Virus. Wichtige Fragen und Antworten finden Versicherte auch im Onlinebereich der AOK.

Barmer

Die Barmer bietet allen Menschen in Deutschland, unabhängig von ihrer Versicherungszugehörigkeit unter 0800 84 84 111 eine Corona-Hotline an. Auch online bietet die Barmer einen guten Überblick zu häufigen Coronavirus-Fragen an.

DAK Gesundheit

Auch die DAK hat eine Servicehotline zum Thema Coronavirus für ihre Versicherten eingerichtet. Unter 040 325 325 800 beantworten dort Medizin-Experten rund um die Uhr Fragen.

Techniker Krankenkasse

Die TK bietet exklusiv für ihre Versicherten unter 040 460 661 916 0 eine Corona-Hotline an. Zudem können TK-Versicherte bei Beschwerden das TK ÄrzteZentrum über die “TK-Doc”-App” kontaktieren. Auch bietet die Techniker Krankenkasse einen Online-Fragenkatalog zum Coronavirus an.

Private Krankenversicherungen

Die fünf größten privaten Krankenversicherer Deutschlands (nach Anzahl ihrer Mitglieder) sind:

  • Debeka
  • AXA
  • Deutsche Krankenversicherung
  • Signal Iduna
  • Allianz Private Krankenversicherung

Alle oben genannten privaten Versicherer sind regulär für ihre Versicherten zu erreichen, bieten allerdings bisher online keine zusätzlichen Informationen zum Coronavirus an. Die einzige Ausnahme bildet die Allianz, die online unter Allianz Gesundheitswelt über den neuartigen Virus informiert.

Zahlt die private Krankenversicherung den Coronavirus-Test?

Ermittelt der behandelnde Arzt einen begründeten Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung, greifen die üblichen Regelungen: Behandlungen werden erstattet, solange sie medizinisch notwendig sind. Das bedeutet, dass die private Krankenversicherung die Kosten für den Test bei einem begründeten Verdachtsfall übernimmt. Über die Notwendigkeit eines Tests entscheidet der Arzt. Als Grundlage gilt die vom Robert Koch Institut erstellte Orientierungshilfe. Erweist sich der Test als positiv und es liegt eine COVID-19 Erkrankung vor, erstattet die private Krankenversicherung die Kosten genauso, wie bei jeder anderen Erkrankung auch.

Muss ich als Privatpatient bei einem Coronavirus-Test die Selbstbeteiligung zahlen?

Ja, die Selbstbeteiligung muss auch beim Coronavirus-Test bezahlt werden. Denn: es handelt sich in diesem Falle nicht um eine Vorsorgeuntersuchung, sondern um eine medizinische Leistung. Die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung muss vom Privatpatienten beglichen werden.