Coronavirus und Deine Finanzen

Was Du jetzt über Deine Finanzen wissen solltest 

Natürlich steht Deine Gesundheit momentan an erster Stelle. Doch machst Du Dir sicherlich auch Gedanke über Deine Finanzen. Je nach Deiner beruflichen Situation, können auch für Dich die nächsten Wochen und Monaten zu finanziellen Herausforderung werden.

Für kleine und mittlere Unternehmen haben wir hier Informationen zu Soforthilfen und Krediten zusammengestellt.

Auch als Angestellte(r) gibt es einige Dinge, die Du jetzt wissen solltest. Infos zu Lohnfortzahlungen, oder Arbeiten unter Quarantäne, findest du hier.

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Coronavirus und Deine Finanzen

In welchem Maße die aktuelle Krise Deine Finanzen beeinflusst, hängt stark mit Deinen Anlagestrategien zusammen. Risikoaffinere Kunden, die in Produkte mit höheren Renditen investieren, sind oft stärker von Kursschwankungen betroffen. Renditeschwächere Produkte wie Tages- oder Festgeld, sind gegen vorübergehende Krisen dagegen fast immun.

Welchen Einfluss die Coronavirus-Krise auf Deine Aktien hat

Als Anleger stellst Du dir momentan mit Sicherheit die Frage, ob Du an Deinem Portfolio festhalten, oder Veränderungen vornehmen solltest. Grundsätzlich gilt: Hattest Du vor dem Ausbruch des Coronavirus eine gute Anlagestrategie, sollte sich diese auch auszahlen, wenn sich die Lage wieder beruhigt hat. Der Grundsatz der langfristigen Anlagestrategie ist immer, Krisen auszuhalten. Es ist nicht ratsam, aufgrund der einfallenden Märkte Deine Aktien zu verkaufen, um sie dann, wenn sich die Märkte wieder erholt haben, zu einem höheren Preis zurückzukaufen. Wenn Du allerdings in nächster Zeit davon ausgehen musst, dass es finanziell eng wird, oder Du bereits Geld verplant hattest (z. B. für die Renovierung Deiner Mietwohnung oder der eigenen Immobilie), wirst Du zumindest um einen Teilverkauf Deiner Aktien nicht herumkommen. Dennoch kannst Du auch in diesem Fall an Deiner grundsätzlichen Strategie festhalten und nur so viele Aktien verkaufen, wie wirklich nötig.

Alternativ solltest Du genau überlegen, ob deine Pläne nicht doch noch warten können. Eventuell lohnt es sich, auf die Renovierung zu verzichten, oder den Kauf der Immobilie zu verschieben. Auch kannst Du bei Deiner Bank anfragen, ob Du nicht doch einen höheren Immobilienkredit bekommen kannst, um damit die geplante Renovierung der neuen Immobilie zu decken.

Möglicher Einfluss auf Dein Sparguthaben

Es gibt aktuell keinen Grund zu der Annahme, dass Anlagen in Tagesgeld, Festgeld oder Sparbüchern in Gefahr wären. Tages- und Festgeld sind generell sichere Bausteine in Deiner Geldanlage und stabilisieren Dein Portfolios eher, statt es zu gefährden. Allerdings werfen sie dementsprechend auch wenig Rendite ab.

Gerade in nächster Zeit solltest Du damit rechnen, dass Dir diese Art der Anlage weniger Zinsen einbringt, als Du es gewohnt bist. Das könnte noch einmal verstärkt werden, sollte die Europäische Zentralbank den Negativzins für Banken erhöhen. Glücklicherweise sind von diesen Negativzinsen (auch Strafzinsen genannt), meist nur Neukunden betroffen oder solche Kunden, die vergleichsweise hohe Summen angelegt haben. Sollte Deine Bank in nächster Zeit Negativzinsen von Dir verlangen, kannst Du dich nach Alternativen umschauen.

Coronavirus und Bargeld

Der Umgang mit Bargeld begünstigt möglicherweise die Ausbreitung des Coronavirus. Der deutsche Handel hat deshalb vielerorts bereits reagiert und bittet um bargeldlose Bezahlvorgänge. In einigen Ländern greifen Regierungen allerdings zu drastischeren Maßnahmen. Wieviel Bargeld insgesamt im Umlauf ist und in welchen Ländern Einwohner das meiste Bargeld in der Tasche haben, liest Du in unserem Beitrag Coronavirus und Bargeld: Warum wir jetzt digitale Währungen brauchen, um weltweit das Bargeld zu ersetzen.

Coronavirus und Deine Altersvorsorge

Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass der Coronavirus keine Auswirkungen auf die gesetzliche Rente haben sollte. Denn: Sie wird hauptsächlich von der Arbeitsmarktsituation und Lohnhöhen beeinflusst. Vorübergehende Krisen nehmen in der Regel auch keine EInfluss auf Lebensversicherungen, betriebliche Altervorsorgen oder Riester-Renten. Meistens werden in diesen Produkten ohnehin Zins- oder Beitragsgarantien geboten, damit Du am Ende wenigstens genau so viel ausgezahlt bekommst, wie Du eingezahlt hast. Deshalb sind Aktien nur sehr selten in diesen Produkten enthalten.

Anders kann es bei fondsgebundenen Rentenversicherungen aussehen. Beliebt sind sie deshalb, weil sie traditionell höhere Renditen versprechen, als klassische Produkte. Allerdings sorgen sie ohne Garantien vor und werden deshalb von Schwankungen am Aktienmarkt beeinflusst. Solltest Du mit einem solchen Produkt für Dein Alter vorsorgen, sprich am besten gleich mit Deinem Anbieter über Möglichkeiten. Ob Deine Altersvorsorge betroffen ist, kommt hauptsächlich darauf an, in welche Art von Portfolio Du investiert hast. Gehörst Du zu den risikoaffineren Kunden, verzeichnest Du wahrscheinlich momentan hohe Kursrückgänge. Denk aber auch hier daran, dass diese Rückgänge nur bei einem Verkauf zum Tragen kommen. Dein Anbieter kann Dich beraten und Dir falls nötig Anpassungen vorschlagen.