Coronavirus am Arbeitsplatz

Was Arbeitnehmer wissen müssen

In vielen Unternehmen bleiben die Büros momentan leer. Arbeitnehmer werden nach Hause geschickt und sollten von dort aus weiterarbeiten. So soll eine explosionsartige Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhindert werden. Aber was passiert, wenn Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt werden müssen? Gibt es weiterhin Lohn? Und was passiert im Falle einer COVID-19 Erkrankung?

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Wann kann Quarantäne angeordnet werden?

Wer kürzlich in gefährdete Gebiete gereist ist, Symptome zeigt oder in engem Kontakt zu positiv getesteten Menschen stand, sollte sich in Quarantäne begeben. Unter Quarantäne versteht man die vorübergehende Isolation von Personen, die unter Verdacht stehen, mit einer ansteckenden Krankheit infiziert zu sein. Laut des Robert Koch Instituts beträgt die Inkubationszeit des neuartigen Coronavirus 14 Tage. Deshalb ist auch die häusliche Quarantäne auf diesen Zeitraum angesetzt und kann bei begründeten Verdachtsfällen vom Gesundheitsamt sogar angeordnet werden. Mehr noch: Das Infektionsschutzgesetz erlaubt sogar, dass Quarantäne auch gegen den eigenen Willen durchgesetzt werden kann. So soll das Allgemeinwohl geschützt und eine weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Lohnfortzahlung unter Quarantäne

Das Infektionsschutzgesetz sorgt allerdings dafür, dass der Lohn auch dann fortgezahlt wird, wenn der Arbeitnehmer quarantänebedingt nicht am Arbeitsplatz erscheinen kann. In diesem Falle wird der Lohn vom Arbeitgeber bis zu sechs Wochen lang in voller Höhe ausgezahlt. Arbeitgeber können sich diese Auszahlung auf Antrag von der Behörde erstatten lassen.

Vom Arbeitgeber verordnete Zwangspause

Verordnet der Arbeitgeber seinen Angestellten eine Zwangspause, um die Ausbreitung des Coronavirus im Unternehmen zu verhindern, bzw. einzudämmen, ist er dennoch verpflichtet, den Lohn wie gewohnt auszuzahlen. Diese Regel ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert. Das BGB spricht vom Annahmeverzug, wenn Unternehmen die Arbeitskraft ihrer Angestellten nicht abrufen.

Lohnfortzahlung nach Erkrankung

Wer trotz aller Vorsichts- und Quarantänemaßnahmen dennoch am Coronavirus erkrankt, wird arbeitsrechtlich als ganz normaler Krankheitsfall behandelt. Die üblichen Regeln zur Entgeltfortzahlung greifen auch hier. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber die ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit wie gewohnt leistet. Danach übernimmt die Krankenkasse und zahlt das sogenannte Krankengeld.

Wichtiges zum Krankengeld

Ab der 7. Woche übernimmt im Regelfall die Krankenkasse die Entgeltfortzahlung. Grundsätzlich gilt:

  • Die Krankenkasse zahlt dann, wenn Du länger als sechs Wochen wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig bist.
  • Maximal erhältst Du 90 Prozent Deines Nettogehaltes.
  • Die Höchstdauer Deines Krankengeldes beträgt 78 Wochen.
  • Mehr Informationen zum Krankengeld gibt es bei Finanztip.